Dies ist keine Anlageberatung. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzprodukts dar.
Margin-Anforderungen sind eines der wichtigsten Konzepte, die ein Aktienhändler verstehen kann, und die Margin-Anforderungen bestimmen, wie viel Eigenkapital der Trader einzahlen muss, um eine gehebelte Position zu eröffnen und aufrechtzuerhalten. Die Margin-Anforderungen hängen vom zugrunde liegenden Vermögenswert, der Art des Traders und den Marktbedingungen ab.
Was Margin-Anforderungen sind
Die Margin-Anforderungen sind die Regeln, die festlegen, wie viel Mindest-Eigenkapital der Trader im Konto behalten muss. Die Initial Margin ist die Einzahlung, die erforderlich ist, um die Position zu eröffnen, und die Maintenance Margin ist das minimale Eigenkapital, das erforderlich ist, um die Position offen zu halten. Die Initial Margin und die Maintenance Margin sind die beiden wichtigsten Margin-Anforderungen, und die beiden Margins werden vom Broker oder der Börse festgelegt.
Die Initial Margin ist das Gegenteil des Leverage. Ein 5:1-Leverage entspricht einer 20-prozentigen Initial Margin, ein 10:1-Leverage entspricht einer 10-prozentigen Initial Margin und ein 20:1-Leverage entspricht einer 5-prozentigen Initial Margin. Die Formel ist einfach: Initial-Margin-Prozentsatz = 1 / Leverage.
Die Maintenance Margin ist der Auslöser für einen Margin Call. Der Trader, der eine €10.000-Initial-Margin und eine 50-prozentige Maintenance Margin hat, erhält einen Margin Call, wenn das Eigenkapital auf €5.000 fällt. Der Trader muss zusätzliche Mittel einzahlen, um das Eigenkapital wieder auf das Niveau der Initial Margin zu bringen.
Warum Margin-Anforderungen wichtig sind
Der erste Grund ist die Sicherheit. Die Margin-Anforderungen sind darauf ausgelegt, den Trader vor einem Totalverlust zu schützen, und die Margin-Anforderungen sind die wichtigste Verteidigung des Traders gegen die Hebelwirkung. Der Trader, der die Margin-Anforderungen einhält, kann einen Markteinbruch überleben, und der Trader, der die Margin-Anforderungen einhält, kann lange genug im Markt bleiben, um die Gewinne mitzunehmen.
Der zweite Grund ist die Kosten. Die Margin-Anforderungen bestimmen die Finanzierungskosten, und die Finanzierungskosten sind ein Prozentsatz des Positionswerts. Der Trader, der eine geringe Hebelwirkung nutzt, zahlt niedrigere Finanzierungskosten, und der Trader, der eine hohe Hebelwirkung nutzt, zahlt höhere Finanzierungskosten. Der Trader sollte die Finanzierungskosten mit der erwarteten Rendite vergleichen und keine Hebelwirkung verwenden, wenn die Finanzierungskosten höher sind als die erwartete Rendite.
Der dritte Grund ist die Regulierung. Der Regulator legt die Mindest-Margin-Anforderungen für Retail-Kunden fest, und der Regulator nutzt die Margin-Anforderungen, um den Trader vor einer Überhebelung zu schützen. Der Trader, der die Regeln des Regulators befolgt, ist auf der richtigen Seite des Gesetzes, und der Trader, der die Regeln ignoriert, kann die Erlaubnis zum Handel verlieren.
Wie die Margin-Anforderungen festgelegt werden
Der erste Faktor ist der zugrunde liegende Vermögenswert. Volatile Vermögenswerte haben höhere Margin-Anforderungen, und stabile Vermögenswerte haben niedrigere Margin-Anforderungen. Der Trader sollte die Margin für jeden Vermögenswert prüfen.
Der zweite Faktor ist die Einstufung des Traders. Retail-Kunden haben höhere Margin-Anforderungen als professionelle Kunden, und der Regulator legt die Mindest-Margin-Anforderungen für Retail-Kunden fest. Der Trader, der als professioneller Kunde qualifiziert ist, kann die niedrigere Margin beantragen, und der Broker kann zusätzliche Unterlagen verlangen.
Der dritte Faktor sind die Marktbedingungen. Der Broker kann die Margin-Anforderungen in Phasen hoher Volatilität erhöhen, und der Broker kann die Margin-Anforderungen rund um Nachrichtenereignisse erhöhen. Der Trader sollte die Margin-Policy des Brokers prüfen und darauf vorbereitet sein, dass die Margin steigen kann.
So nutzt man die Margin-Anforderungen richtig
Die erste Regel lautet: Positionsgröße nach dem Risiko wählen. Der Trader sollte die Positionsgröße so bestimmen, dass ein Stop-Loss bei 1 Prozent des Einstiegskurses einen 1-Prozent-Verlust auf dem Konto verursacht. Die Positionsgröße wird berechnet, indem der Betrag, den der Trader zu verlieren bereit ist, durch die Entfernung zum Stop-Loss geteilt wird.
Die zweite Regel lautet: einen Stop-Loss verwenden. Der Stop-Loss begrenzt den Verlust, und der Stop-Loss ist das wichtigste Werkzeug des Traders zur Steuerung des Risikos einer gehebelt gehandelten Position. Der Stop-Loss sollte auf einem Niveau platziert werden, das zur Risikotoleranz des Traders passt, und der Stop-Loss sollte nicht gegen den Trader verschoben werden.
Die dritte Regel lautet: einen Cash-Puffer bereithalten. Der Trader sollte 6 bis 12 Monate Margin-Zahlungen in bar vorhalten, und das Geld sollte sich in einem separaten Konto befinden. Der Puffer schützt den Trader vor einer Margin Call in einem vorübergehenden Markteinbruch, und der Puffer gibt dem Trader Zeit, das Konto aufzufüllen.
Die vierte Regel lautet: die Margin-Quote überwachen. Der Trader sollte die Margin-Quote regelmäßig prüfen und eine Benachrichtigung bei 30 Prozent über der Maintenance Margin einrichten. Die Benachrichtigung gibt dem Trader Zeit zum Handeln, bevor der Broker eine Margin Call sendet.
Die Folgen eines Margin Calls
Die erste Folge ist die Aufforderung nach zusaetzlichen Mitteln. Der Broker verlangt zusaetzliche Mittel, um das Eigenkapital wieder auf das anfängliche Margin-Niveau zu bringen, und der Trader muss die Mittel innerhalb kurzer Zeit einzahlen. Der Trader, der die Mittel nicht einzahlt, hat die Position durch den Broker liquidiert.
Die zweite Folge ist die erzwungene Liquidation. Der Broker kann die Position zum naechstverfuegbaren Kurs liquidieren, und die Liquidation kann zu dem schlechtestmoeglichen Zeitpunkt erfolgen. Der Trader realisiert den Verlust, und der Verlust kann groesser sein als die anfängliche Margin, weil es zu Slippage kommt.
Die dritte Folge ist das negative Guthaben. Der Trader, der nicht ueber genug Eigenkapital verfuegt, um den Margin Call abzudecken, kann am Ende ein negatives Kontoguthaben haben, und der Broker kann zusaetzliche Mittel verlangen. Ein negatives Guthaben ist selten, und ein negatives Guthaben kommt haeufiger bei stark gehebelten Positionen vor.
Haeufige Fragen zu Margin-Anforderungen
Wie hoch ist die minimale Anfangsmargin? Die minimale Anfangsmargin wird vom Broker und dem Regulator festgelegt. In der Europaeischen Union betraegt die minimale Anfangsmargin fuer Aktien 20 Prozent des Positionswerts, was einem 5:1-Leverage entspricht.
Koennen sich die Margin-Anforderungen aendern? Ja, der Broker kann die Margin-Anforderungen jederzeit aendern, insbesondere rund um Nachrichtenereignisse oder waehrend Phasen hoher Volatilitaet. Der Trader sollte die Margin-Richtlinie des Brokers pruefen und darauf vorbereitet sein, dass die Margin steigen kann.
Was passiert, wenn die Margin nicht erfuellt wird? Der Broker lehnt die Order ab oder liquidiert die Position. Der Trader, der nicht ueber genug Eigenkapital im Konto verfuegt, kann die Position nicht eroeffnen, und der Trader sollte zusaetzliche Mittel einzahlen oder die Positionsgroesse reduzieren.
Verwandte Ressourcen
Wo anfangen
Wenn Sie Margin-Anforderungen bewerten, ist der nützlichste erste Schritt, die Initial Margin für eine repräsentative Position zu berechnen und die Margin-Anforderungen zwischen drei bis fünf Brokern zu vergleichen. Unsere Broker-Vergleich listet die Broker auf, die Margin-Trading anbieten, sowie die jeweiligen Margin-Anforderungen. So erfahren Sie, was der Broker bietet, bevor Sie die erste gehebelte Transaktion platzieren.