Dies ist keine Anlageberatung. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzprodukts dar.
Eine Brokerfirma ist die lizenzierte Einheit, die zwischen dem Trader und dem Markt sitzt. Sie verwahrt die Gelder des Traders, leitet die Orders des Traders weiter, meldet die Trades an die Aufsichtsbehörde und stellt die Plattform sowie den Support bereit. Die Rolle ist enger gefasst, als das Marketing nahelegt. Der Broker ist kein Finanzberater, kein Steuerberater, kein Verwahrer im rechtlichen Sinne und in den meisten Fällen auch kein Vertragspartner. Die Grenzen der Rolle sind es wert, verstanden zu werden.
Was eine Brokerage-Firma macht
Die erste Aufgabe ist die Verwahrung. Der Broker hält das Geld und die Wertpapiere des Traders in getrennten Konten, getrennt von den eigenen Vermögenswerten des Brokers. Die Trennung ist durch den Regulator vorgeschrieben, und sie bedeutet, dass im Falle des Ausfalls des Brokers die Vermögenswerte des Traders nicht Teil des Nachlasses des Brokers sind. Das Geld wird bei einer erstklassigen Bank gehalten, und die Wertpapiere werden bei einer zentralen Wertpapierverwahrstelle oder einem Sub-Custodian verwahrt.
Die zweite Aufgabe ist das Order-Routing. Der Broker erhält die Order des Traders, entscheidet, wohin sie weitergeleitet wird (an eine regulierte Börse, an einen Dark Pool, an einen Internaliser) und meldet die Ausführung dem Trader zurück. Die Order-Ausführungsrichtlinie ist ein rechtliches Dokument, das die Routing-Logik erklärt, und es lohnt sich, es zu lesen, weil es dem Trader zeigt, wohin die Order tatsächlich geht.
Die dritte Aufgabe ist das Reporting. Der Broker meldet die Trades des Traders an den Regulator, zieht die Steuer ein, wenn erforderlich, und stellt dem Trader eine jährliche Abrechnung bereit. Das Reporting ist durch den Regulator vorgeschrieben und bildet die Grundlage für die Steuererklärung des Traders.
Die vierte Aufgabe ist die Plattform. Der Broker stellt die Handelsplattform, die Charts, das Order-Ticket, die Research-Informationen und den Support bereit. Die Plattform ist die wichtigste Schnittstelle des Traders zum Broker, und die Qualität der Plattform ist einer der Hauptgründe, warum ein Trader sich für einen Broker statt für einen anderen entscheidet.
Was eine Brokerfirma nicht tut
Ein Broker ist kein Finanzberater. Der Broker bewertet nicht die Risikotoleranz des Traders, erstellt kein Portfolio und macht keine Empfehlungen. Die vom Broker bereitgestellte Recherche ist Information, keine Beratung, und der Broker ist nicht verantwortlich für die Anlageergebnisse des Traders. Der Trader ist für die eigenen Entscheidungen verantwortlich.
Ein Broker ist kein Steuerberater. Der Broker behält die Steuer ein, wenn dies erforderlich ist, und stellt die jährliche Bescheinigung bereit, aber der Broker berät den Trader nicht zu Steuerstrategien, zum Standort von Vermögenswerten oder zum Timing von Gewinnen und Verlusten. Der Trader ist für die eigenen Steuererklärungen verantwortlich.
Ein Broker ist kein Verwahrer im rechtlichen Sinne. Der Broker hält die Vermögenswerte in getrennten Konten, aber der Broker ist nicht Verwahrer im Sinne eines langfristigen Treuhänders. Der Broker ist ein Dienstleister, und der Trader kann die Vermögenswerte jederzeit zu einem anderen Broker verlagern. Der Übertragungsprozess ist ein regulierter Prozess, und der Broker ist verpflichtet, ihn innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens zu ermöglichen.
Ein Broker ist in den meisten Fällen nicht die Gegenpartei. Wenn ein Trader einen Aktienkauf über einen Broker tätigt, der die Order an eine lit Exchange weiterleitet, steht der Broker nicht auf der anderen Seite des Geschäfts. Die Gegenpartei ist der andere Trader an der Exchange. Wenn ein Broker die Order internalisiert, ist der Broker die Gegenpartei, und die Order des Traders wird zum Preis des Brokers ausgeführt. Die Internalisation wird in der Order Execution Policy offengelegt, und der Trader kann eine andere Weiterleitung anfordern, wenn der Broker diese anbietet.
Wie sich die Rolle je nach Broker-Typ unterscheidet
Die Rolle einer Brokerage-Firma unterscheidet sich je nach Broker-Typ. Ein Full-Service-Broker bietet Beratung, Portfolio-Konstruktion, Ruhestandsplanung und eine persönliche Beziehung zusätzlich zu den Kernfunktionen wie Verwahrung, Weiterleitung, Berichterstattung und Plattformfunktionen. Ein Discount-Broker bietet die Kernfunktionen zu geringeren Kosten, ohne Beratung und ohne Beziehung. Ein Robo-Advisor-Broker bietet automatisiertes Portfoliomanagement mit begrenzter oder keiner menschlichen Beratung.
Die Wahl des Broker-Typs ist eine Entscheidung darüber, wie viel Unterstützung der Trader möchte und wie viel er dafür zu zahlen bereit ist. Die Kernfunktionen sind über alle Broker-Typen hinweg gleich, die Unterschiede liegen in den Leistungen rund um die Kernfunktionen.
So bewertest du eine Brokerfirma
Die ehrliche Bewertung besteht darin, den Regulierer zu prüfen, die Trennung, die Order-Ausführungspolitik, den Gebuehrentarif, die Plattform und den Support. Der Regulierer bestaetigt, dass der Broker lizenziert und beaufsichtigt ist. Die Trennung bestaetigt, dass die Vermoegenswerte im Falle eines Ausfalls geschuetzt sind. Die Order-Ausführungspolitik bestaetigt, dass der Broker nicht in nicht offengelegten Weisen gegen den Trader handelt. Der Gebuehrentarif bestaetigt, dass die Kosten das sind, was der Broker sagt. Die Plattform bestaetigt, dass der Trader sie nutzen kann. Der Support bestaetigt, dass der Broker erreichbar ist, wenn etwas schieflaeuft.
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