Dies ist keine Anlageberatung. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzprodukts dar.
Variation Margin ist die taegliche Mark-to-Market-Zahlung, die eine gehebelt eingegangene Position erzeugt. Wenn sich die Position gegen den Trader bewegt, faellt das Eigenkapital des Traders, und der Broker kann eine Margin Call ausgeben. Die Margin Call ist eine Aufforderung, mehr Cash einzuzahlen, einen Teil der Position zu schliessen oder beides. Der Trader, der nicht auf die Aufforderung reagiert, ist einem Zwangsverkauf ausgesetzt, und der Zwangsverkauf ist das schlimmste Szenario bei einer unterfinanzierten Margin-Position.
Die Abfolge der Ereignisse
Das erste Ereignis ist der Margin Call. Das System des Brokers erkennt, dass das Eigenkapital des Traders unter die Maintenance Margin gefallen ist, und der Broker stellt einen Margin Call. Der Call nennt den benötigten Geldbetrag, die Frist für die Einzahlung und die Folgen bei ausbleibender Reaktion.
Das zweite Ereignis ist die Reaktion des Traders. Der Trader hat eine festgelegte Frist (meist 24 bis 72 Stunden), um zusätzliches Geld einzuzahlen, einen Teil der Position zu schließen oder beides. Der Trader, der das Geld einzahlt, erfüllt den Call, und die Position bleibt offen. Der Trader, der nichts tut, löst das nächste Ereignis aus.
Das dritte Ereignis ist das erzwungene Schließen. Das System des Brokers schließt die Position zum schlechtesten verfügbaren Preis, und der Verlust wird festgeschrieben. Der Trader bleibt mit einem kleineren Konto und einem schlechteren Blick auf den Markt zurück.
Das vierte Ereignis ist die Erholung. Der Trader muss die Situation bewerten, das Konto bei Bedarf mit zusätzlichem Geld finanzieren und entscheiden, ob er weiter handeln will. Die Erholung ist schwierig, weil der Trader den Verlust überwinden muss.
Die Kosten der erzwungenen Schließung
Die Kosten der erzwungenen Schließung sind der Verlust auf die Position plus die Gebühr. Die Gebühr ist die Gebühr des Brokers für die erzwungene Schließung, und die Gebühr ist normalerweise ein fester Betrag (25 bis 100 €) oder ein Prozentsatz des Positionswerts. Die Gebühr wird im Gebührenverzeichnis des Brokers veröffentlicht.
Die Kosten sind in der Regel höher als der Trader erwartet. Die erzwungene Schließung erfolgt normalerweise auf einem schlechteren Kursniveau als der Stop des Traders, weil der Broker zum schlechtesten verfügbaren Preis schließt, nicht zum Stop des Traders. Die Kursabweichung zwischen dem Stop des Traders und der erzwungenen Schließung ist ein echter Kostenfaktor, und die Kursabweichung beträgt in der Regel ein paar Prozent.
Die Kosten sind außerdem höher, weil der Trader gezwungen ist, die Position im schlechtesten Moment zu schließen. Die Erholung ist aus der geschlossenen Position nicht möglich, und der Trader muss auf eine neue Gelegenheit warten.
Die häufigste Ursache für die erzwungene Schließung
Die häufigste Ursache für die erzwungene Schließung ist eine Unterfinanzierung der Margin. Der Trader, der nur die anfängliche Margin bereitstellt, hat keinen Puffer für einen Kurs-Sprung, und der Kurs-Sprung löst den Margin Call aus. Der Trader, der die anfängliche Margin plus einen Puffer bereitstellt, hat bei den meisten Kurs-Sprüngen einen Schutz, und die erzwungene Schließung ist weniger wahrscheinlich.
Die zweithäufigste Ursache ist eine Überhebelung. Der Trader, der eine Position einnimmt, die größer ist, als das Konto unterstützen kann, ist bei einer normalen Schwankung einem Margin Call ausgesetzt, und die erzwungene Schließung ist die wahrscheinlichste Folge. Der Trader, der die Positionsgröße nach dem Stop und dem Konto bemisst, nicht nach der gewünschten Rendite, ist weniger wahrscheinlich von einer erzwungenen Schließung betroffen.
Die dritte häufigste Ursache ist das Halten einer Position über ein bekanntes Ereignis hinweg. Der Trader, der eine gehebelte Position über ein Wochenende, einen Feiertag oder ein großes Nachrichtenereignis hält, ist einem Kurs-Sprung ausgesetzt, und der Kurs-Sprung löst den Margin Call am ehesten aus. Die Lösung besteht darin, vor dem bekannten Ereignis aus der Position auszusteigen, oder die Positionsgröße so zu wählen, dass das Risiko des Kurs-Sprungs abgedeckt ist.
So vermeidest du die erzwungene Schließung
Die ehrliche Antwort lautet: Größe der Position nach dem Gap-Risiko wählen, nicht nach dem täglichen Risiko. Ein Trader, der die Position auf ein 20%-Gap ausrichtet, hat einen Puffer für die meisten Gaps, und die erzwungene Schließung ist weniger wahrscheinlich, auszulösen. Ein Trader, der die Position nur anhand der anfänglichen Margin bemisst, hat keinen Puffer, und die erzwungene Schließung ist bei dem ersten größeren Gap am wahrscheinlichsten.
Die zweite Antwort lautet: einen Cash-Puffer im Konto halten. Ein Trader mit einem 20%-Cash-Puffer kann eine Margin Call erfüllen, ohne die Position zu schließen, und die Position bleibt offen. Ein Trader mit 0% Cash-Puffer ist gezwungen, die Position zu schließen, um die Aufforderung zu erfüllen, und der Verlust wird festgeschrieben.
Die dritte Antwort lautet: eine gehebelte Position nicht über ein bekanntes Ereignis hinweg halten. Der Trader, der vor einem Fed-Meeting, einer Earnings-Veröffentlichung oder einer wichtigen Datenveröffentlichung in einer gehebelten Position ist, ist einem Gap ausgesetzt, und das Gap ist die häufigste Ursache für eine Margin Call. Die Lösung besteht darin, die Position vor dem Ereignis zu schließen oder die Positionsgröße auf ein Niveau zu reduzieren, das ein großes Gap überstehen kann.
Was tun, wenn die Zwangsschließung bereits erfolgt ist
Der erste Schritt ist, den Schaden zu bewerten. Der Trader sollte sich den Verlust, die Gebühr und den verbleibenden Kontostand ansehen. Der verbleibende Kontostand ist das Kapital des Traders für die Zukunft, und das Kapital ist die Grundlage für die Erholung.
Der zweite Schritt ist, die Strategie zu überprüfen. Die Zwangsschließung ist ein Signal dafür, dass die Strategie nicht auf das Konto des Traders, die Risikotoleranz des Traders oder die Disziplin des Traders abgestimmt ist. Der Trader sollte die Strategie überprüfen, den Ausfallmodus identifizieren und den Ausfallmodus beheben, bevor er den Handel wieder aufnimmt.
Der dritte Schritt ist, das Konto bei Bedarf mit zusätzlichem Cash aufzufüllen. Ein Trader, der zwangsweise geschlossen wurde, verfügt möglicherweise nicht über genug Kapital, um die Strategie in der richtigen Größe zu handeln. Der Trader sollte das Konto mit Cash finanzieren, das nicht für andere Zwecke benötigt wird, und den Handel dann in einer kleineren Größe wieder aufnehmen.
Verwandte Ressourcen
Wo anfangen
Wenn du mit Hebel arbeitest, ist die hilfreichste Übung, den Puffer zu berechnen, den du brauchst, um einen 20%-Sprung bei deiner Position zu überleben. Unser Broker-Vergleich listet die Margin-Richtlinien und das Verfahren zur Variation Margin bei jedem Broker auf, die zusammen dir zeigen, wie der Cashflow aussieht, bevor du die Position eröffnest.