Dies ist keine Anlageberatung. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzprodukts dar.
Variation margin ist die taegliche Mark-to-Market-Zahlung, die eine gehebelt eingegangene Position erzeugt. Am Ende jedes Handelstags bewertet der Broker die Position zum Abrechnungskurs neu, und die Differenz zwischen dem vorherigen Schlusskurs und dem neuen Schlusskurs ist die Variation margin. Wenn die Position an Wert gewonnen hat, wird die Variation margin dem Handelskonto des Traders gutgeschrieben. Wenn die Position an Wert verloren hat, wird die Variation margin vom Handelskonto abgebucht. Die Zahlung ist ein echter Cashflow, keine buchhalterische Anpassung.
Woher die Variation Margin kommt
Die Variation Margin entsteht aus der täglichen Neubewertung der Position. Die Position wird zum Handelsschluss zum Marktwert bewertet, und diese Bewertung bestimmt, ob der Trader die Variation Margin zahlt oder erhält. Bei einer Long-Position in einer Aktie, die höher geschlossen hat, erhält der Trader eine Variation Margin in Höhe der Kursbewegung multipliziert mit der Anzahl der Aktien. Bei einer Long-Position in einer Aktie, die niedriger geschlossen hat, zahlt der Trader eine Variation Margin in Höhe der Kursbewegung multipliziert mit der Anzahl der Aktien.
Die Variation Margin wird vom Clearing-System des Brokers berechnet und das Ergebnis wird über Nacht auf das Konto des Traders gebucht. Der Trader sieht die Variation Margin am nächsten Morgen im Kontostand, und die Variation Margin wird in den Cash-Bestand des Traders einbezogen, um die Margin-Berechnung durchzuführen. Ein Trader, der die Variation Margin verwendet hat, um einen weiteren Trade zu finanzieren, hat die Liquidität in der Praxis recycelt.
Der Unterschied zwischen Variation Margin und Initial Margin
Initial Margin ist die Einlage, die der Trader leistet, um eine gehebelte Position zu eröffnen. Variation Margin ist die tägliche Mark-to-Market-Zahlung, die die Position erzeugt. Die beiden unterscheiden sich in ihrer Funktion, ihrem Zeitpunkt und ihrer Auswirkung auf das Handelskonto.
Die Initial Margin wird einmalig bei Eröffnung der Position hinterlegt und vom Broker als Sicherheit gehalten. Die Variation Margin wird täglich hinterlegt und ist eine Übertragung von Bargeld zwischen dem Trader und dem Broker (oder im Futures-Markt zwischen dem Trader und der Clearingstelle). Die Initial Margin ist der Puffer, der den Broker vor einem Ausfall des Traders schützt. Die Variation Margin ist die tägliche Abrechnung des Mark-to-Market-Werts der Position.
Ein Trader, der eine gehebelte Position mit 50% Initial Margin und einer 10%igen täglichen Bewegung gegen den Trader hat, wird eine Variation-Margin-Zahlung in Höhe von 10% der Positionsgröße sehen. Bei einer Position von €10.000 beträgt die Variation Margin €1.000, und der Kontostand des Traders sinkt um €1.000. Das Eigenkapital des Traders beträgt nun €4.000 (die Initial Margin von €5.000 minus die Variation Margin von €1.000), was 40% des neuen Positionswerts von €9.000 entspricht. Der Margin Call erfolgt bei der Maintenance Margin, die oft 25% des Positionswerts beträgt. Die Position liegt immer noch über der Maintenance Margin, aber der Puffer ist kleiner.
Warum Variation Margin in schnellen Märkten wichtig ist
Variation Margin ist vor allem in schnellen Märkten entscheidend, in denen die täglichen Bewegungen groß sind. Ein Trader mit einer gehebelten Position in einer volatilen Aktie kann an einem einzigen Tag eine Variation-Margin-Zahlung von 5% bis 10% des Positionswerts sehen, und die Zahlung ist ein echter Cash-Abfluss. Der Trader, der kein Cash für die Variation Margin zurückgelegt hat, wird gezwungen, die Position zu schließen, um der Aufforderung nachzukommen, oft genau im ungünstigsten Moment.
Der 24-Stunden-Zeitraum zwischen dem Schluss und der nächsten Eröffnung ist die Zeit, in der die Variation Margin berechnet wird. Der Trader, der die Position über ein Wochenende, einen Feiertag oder ein großes Ereignis hält, ist während der geschlossenen Phase dem Gap-Risiko ausgesetzt, und die Variation Margin bei der nächsten Eröffnung ist größer als die typische tägliche Bewegung. Der Trader, der mit Leverage arbeitet, sollte die Position so bemessen, dass sie das Gap-Risiko abdeckt, nicht das tägliche Risiko, und die Position sollte auf einen kleinen Prozentsatz des Kontos bemessen werden.
Variation Margin bei CFDs vs. Futures
Variation Margin verhält sich bei CFDs und Futures gleich, mit einem wichtigen Unterschied. Auf dem Futures-Markt wird die Variation Margin über die Clearingstelle gezahlt, und die Zahlung wird von der Börse garantiert. Auf dem CFD-Markt wird die Variation Margin über den Broker gezahlt, und die Zahlung wird vom Broker garantiert. Der CFD-Trader ist dem Kreditrisiko des Brokers ausgesetzt, während der Futures-Trader dem Kreditrisiko der Clearingstelle ausgesetzt ist.
Das Kreditrisiko ist in beiden Fällen gering, weil die Variation Margin täglich gezahlt wird und die Position jeden Tag neu bewertet wird. Das Risiko besteht darin, dass der Broker oder die Clearingstelle zwischen dem Schluss und der nächsten Eröffnung ausfällt und der Trader mit einer nicht abgesicherten Exponierung gegenüber der Kurslücke zurückbleibt. Das Risiko wird durch die Trennung der Kundengelder und die Kapitalanforderungen an den Broker oder die Clearingstelle gemindert.
So verwaltest du die Variation Margin in deinem Konto
Die ehrliche Antwort lautet: Position so dimensionieren, dass das Gap-Risiko abgedeckt ist, und Cash im Konto halten, um die Variation Margin zu erfüllen. Der Cash-Puffer ist eine Funktion der Positionsgröße, der Volatilitaet des zugrunde liegenden Werts und der Risikotoleranz des Traders. Eine haeufige Faustregel ist, Cash in Hoehe von 20% bis 50% des Positionswerts zu halten, zusaetzlich zur initialen Margin, um ein Gap von 10% bis 20% bei der naechsten Eröffnung abzudecken.
Der Trader, der fuer eine langfristige Position Leverage nutzt, ist waehrend der gesamten Haltedauer der Variation Margin ausgesetzt, und die kumulierte Variation Margin kann erheblich sein. Eine gehebelt positionierte Position, die an zehn Tagen jeweils 2% pro Tag verliert, verliert 18% ihres Werts an Variation Margin, obwohl die Position noch offen ist und der zugrunde liegende Wert nur 18% unter dem Einstieg liegt. Der Trader zahlt 2% pro Tag in echtem Cash, und das Cash steht nicht fuer andere Verwendungen zur Verfuegung.
Verwandte Ressourcen
Wo anfangen
Wenn du mit Hebel arbeitest, ist die hilfreichste Übung, die Variation Margin bei einem hypothetischen Kurs-Sprung zu berechnen. Nimm deine Positionsgröße, multipliziere sie mit 10% und prüfe, ob du in dem Konto so viel Cash hast. Wenn nicht, ist die Position zu groß für den Puffer. Unser Broker-Vergleich listet die Margin-Richtlinien und das Verfahren zur Variation Margin bei jedem Broker auf, die zusammen zeigen, wie der Cashflow aussieht, bevor du die Position eröffnest.